Frühlingserwachen

Krokusse auf der Wiese stehen für Veränderung, Neubeginn und Frühling
Im Pendeln zwischen den Extremen eine neue Balance finden

Das neue Jahr zieht und zerrt an unseren Nerven. Jetzt auch noch Schnee. Am 8. April. Und ein erneuter Lockdown im Osten des Landes. Die zarten Sprossen des Frühlings kämpfen mit klirrend kalten Nächten. Und viele Menschen ringen mit Zermürbung, Abstumpfung, Perspektivenlosigkeit und Ärger.

 

Und doch ist der Frühling nicht aufzuhalten! Womöglich haben sich die Temperaturen bereits wieder über die zehn Grad geschwungen, wenn dieser Artikel veröffentlicht wird. In zwei Tagen geht es an die zwanzig. Die Achterbahnfahrt nimmt wieder Fahrt auf. Will uns sagen „Es ist noch nicht vorbei. Wir sind mitten im Geschehen!“

 

Als vor mehr als einem Jahr die Pandemie ihren Anfang nahm, war neben der Angst und Wut auch die Hoffnung groß. Die Hoffnung auf Veränderung. Auf tiefgreifende Erneuerung. Auf eine ausgewogenere Gesellschaft und ein friedvolleres, ressourcenschonenderes Zusammenleben auf diesem Planeten. Und wir wussten, es wird kein Sprint. Es wird ein Marathon. Und er wird uns einiges abverlangen.

 

Und nun? Wie geht es uns? Wo stehen wir nun? Genau da, wo wir sein sollen – vermute ich. Mitten drinnen, im Langstreckenlauf. Bereits einige Meilen hinter uns, doch ein gutes Stück unübersichtlichen Weges vor uns. Mitten drinnen, mit allem, was dazu gehört.

 

Das Pendel schwingt munter hin und her. Von einem Extrem zum anderen. Von Sommertemperaturen im März, zu Schneefall im April, und wieder zurück. Es schaukelt sich auf. Nimmt immer wieder Schwung. Doch wozu? Warum rütttelt diese Zeit so an unseren Grundfesten? Warum zerren die Nachrichten an unseren Nerven? Kreischen manche Informationen in unseren Ohren? Wandern manche Menschen an einem schmalen Belastungsgrat entlang?

 

Wenn ich dieses wilde Schaukeln vor meinem geistigen Auge sehe, keimt ein Gedanke in mir auf. Eine zarte Pflanze, die das Licht der Welt erblicken will. Mitten im leichten Schneefall vor dem Fenster.

 

Vielleicht wollen wir alle eine neue Balance finden. Vielleicht schlägt das Pendel so wilde Kapriolen, um an einem neuen Ufer anzukommen. Vielleicht will es sich aufschwingen, über das herkömmliche Maß hinaus. Vielleicht wollen wir neues Land erreichen. Wie ein Kind, das nicht aufhören will zu schaukeln. Das immer wieder Schwung holt, um noch höher, noch weiter zu reichen. Berauscht vom Vor- und Zurück. Vom Push nach vorne und vom Sog nach hinten. „Noch einmal. Einmal noch. Bitte antauchen. Ich will mehr.“ Auch wenn das Bild nicht für alle passen mag, so bringt es doch eine Saite in mir zum Klingen. Und womöglich auch in dir.

 

Im wilden Schaukeln – und vor allem, wenn es ein inneres ist – wollen wir einen Punkt erreichen. Einen Punkt, der höher, weiter oder tiefer in uns liegt. Der uns weiter bringt. Der uns besser tut. Der uns in einem dynamischen Gleichgewicht hält. Wir wollen:

 

Ein neu ausbalanciertes Leben.

 

Frei von Ballast. Von überholten Glaubenssätzen. Hinderndem Verhalten. Lieblosen Beziehungen. Auch zu uns selbst. Wir wollen neue Höhen erreichen, die das Beste in uns zu Tage bringen. Wie der Frühling. Der, Jahr ein und Jahr aus, immer wieder austreibt, anschiebt und durchbricht. Ein Frühling, der tief in der Erde und tief in uns selbst wohnt. Der sich nicht um Oberflächlichkeiten kümmert. Der Temperaturschwankungen und hämmernde Kopfschmerzen wegsteckt, und sich sammelt.

 

Der all seine Kräfte bündelt. Der seine Ressourcen kennt. Der auf den Fluss des Lebens vertraut. Und immer wieder aufs Neue aufsteht. Der weiß, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Und das tut, was er am besten kann.

 

Erblühen.


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